Netzkolumnistin

Digital ist besser.

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Texte.

Letzte Folge Verbotene Liebe: Einsichten einer Erstseherin

Ich habe noch nie eine der 4664 Folgen von Verbotene Liebe gesehen. Dabei ist die Serie mit ihren 20 Jahren fast so alt wie ich, eine öffentlich-rechtliche Kitsch-Konstante. Wir hätten gemeinsam erwachsen werden können. Habe ich etwas verpasst? Heute habe ich die letzte Chance ergriffen und mir zum ersten Mal eine Folge angesehen. Die letzte, die ausgestrahlt wird.

Ich kenne Leute, die seit langem Fan sind und meine Seifenoper-Ignoranz nicht fassen können. Auch eine gute Freundin von mir, Anne, schaut Verbotene Liebe, seit sie zehn ist. On and off. Es sei so etwas wie ihr persönliches Wetten, dass…?!, eine Konstante in der Fernsehwelt, die immer da war. Ich frage Anne, was für sie den Reiz von Verbotene Liebe ausmacht und was ich vor meinem ersten Sehtermin wissen muss. Sie antwortet mir:

Es läuft immer nach dem gleichen Muster: Irgendwer verliebt sich und dann geht alles kaputt, davor gibt’s ein kurzes Happy End. Da kann man sich drauf verlassen. Und man kann auch nach monatelanger Pause wieder einsteigen, ohne Verständnisprobleme.

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Roboterjournalismus: Nachrichten vom Algorithmus

Maschinen ersetzen menschliche Arbeitskräfte nicht nur am Produktionsband, sondern dringen auch immer weiter in andere Arbeitsfelder vor – auch den Journalismus. Wie werden Maschinen den Journalismus verändern?

Zuallererst die guten Nachrichten: Nein, Roboter werden uns nicht die Jobs klauen. Auch nicht den Journalisten. Aber: In Zukunft werden Software und Maschinen immer größere Teile unserer Arbeit übernehmen. Auch in den Redaktionen. Und das ist eine positive Entwicklung.

„Handgriffe, die eine Routine darstellen, können künftig auch im Journalismus von einer Maschine übernommen werden, denn es werden auch geistige Prozesse automatisiert“, sagte Frederik Fischer von Vocer auf dem zweiten Vocer Innovation Day in Hamburg. Zusammen mit Marco Maas von Open Data City diskutierte er mit den Workshop-Teilnehmern unter dem Titel „Did you try turning it off and on again?“ über Automatisierung im Journalismus. „Das ist eine gute Sache. Denn was automatisiert wird, das sind stinklangweilige Sachen, die kein Journalist gerne macht.“ Fischer glaubt: „Wir müssen Software als Tool nutzen, um uns mehr Freiräume zu schaffen, auch finanzielle.“

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Wie Google gegen Rachepornos vorgehen will

Wenn Ergebnisse aus der Google-Trefferliste getilgt werden sollen, ist Misstrauen angebracht (Recht auf Vergessen und so). Jetzt hat das Unternehmen einen guten Vorstoß gemacht, der die Verbreitung von „Revenge Porn“, Rachepornos, erschweren soll: Google will auf Antrag Inhalte, die sich dem Feld „Revenge Porn“ zurechnen lassen, aus den Suchergebnissen entfernen.

Es war ein lange überfälliger Schritt: Heute hat Google in einem Blogpost bekannt gegeben, in Zukunft energischer gegen sogenannten „Revenge Porn“ vorgehen zu wollen. Das können explizite private Bilder sein, die der Ex-Partner aus Rache im Netz veröffentlicht, mit dem alleinigen Ziel, den oder die Ex zu demütigen. Oder das Material wird gleich dazu benutzt, den oder die Dargestellte zu erpressen –  gegen eine Zahlung können die Bilder oder Videos aus dem Netz verschwinden.

Solche Bilder fügen den Betroffenen unglaubliches Leid zu, und gleichzeitig mahlen die Mühlen des Gesetzes noch zu langsam. Es gibt oft wenige Möglichkeiten, gegen die Betreiber von Revenge-Porn-Seiten vorzugehen. Wie Google uns die Welt zeigt, ist eine relevante Frage. Immer muss eine vorsichtige Abwägung von Informationsinteresse und Schutz der Privatsphäre stattfinden. Es gibt aber wohl keinen anderen Fall als unfreiwillig (und illegal) veröffentlichte Nacktbilder einer meist unbekannten Privatperson, wo der Schutz der Privat-, gar der Intimsphäre, höher zu stellen ist als ein etwaiger Informationsanspruch der Öffentlichkeit. Anders als beim umstrittenen Recht auf Vergessen geht es meistens um eine Veröffentlichung, die von vornherein rechtswidrig und auf die Zerstörung einer anderen Person ausgelegt war. Diese Informationen will Google nun leichter verschwinden lassen, zu Recht.

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So war die erste „Answer Time“ von Tumblr mit Fall Out Boy

Mit „Answer Time“ startet die Blogging-Plattform Tumblr eine eigene Interviewrunde, ganz nach dem Vorbild von Reddits „Ask Me Anything“ (AMA). Der Auftakt mit der Band Fall Out Boy zeigt, dass solche Formate originelle Fragen generieren, aber keine spannenden Antworten oder Nähe erzwingen können.

„Ask us anything“ steht über dem Frageformular, das Nutzer des Blogging-Services Tumblr ausfüllen konnten. Mit „us“ war in diesem Fall die amerikanische Alternative-Band Fall Out Boy gemeint. Sie startete die „Answer Time“genannte Tumblr-Runde, in der Nutzer jede beliebige Frage an die Gäste des neuen Formats richten können.

In einem Blogeintrag von Tumblr  heißt es: „Wir dachten, ihr sollt einige der Menschen treffen, die die Dinge machen, die euch auf Tumblr gefallen.“ Das Konzept sehe vor, dass Nutzer Musikern, Künstlern, Schauspielern, Politikern und Netzpersönlichkeiten direkt Fragen stellen können und diese auf ihrem Tumblr antworten – eine gewisse Werbewirkung für die Plattform ist also garantiert. „Es wird ein bisschen verrückt, in der bestmöglichen Art und Weise.“

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Playbuzz: die Klickmaschine

Das israelische Startup Playbuzz produziert virale Inhalte am Fließband – und übertrumpft mit seinen Quizzen und Listicles mittlerweile sogar sein großes Vorbild Buzzfeed. Wie geht das?

Welcher französische Revolutionär bist du? Wann wurde deine Seele geboren? Kannst du diese Disney-Tiere an ihrem Schwanz erkennen?

Es sind nicht die drängenden Fragen des Lebens, die auf der Seite von Playbuzz gestellt werden. Etliche Internetnutzer scheinen sich aber für Antworten auf genau diese Fragen zu interessieren und klicken sich durch die Quizze, Listicles und Umfragen.

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Blogosphäre: Irgendwie jüdisch

Jüdische Blogs umfassen mehr als Klezmer-Musik und das Schreiben über Religion: Diese sechs deutsch-jüdischen Blogs zeigen euch das Judentum von einer ungekannten Seite.

„Irgendwie jüdisch, Museumsfrau und spreeverliebt“: So stellt sich Juna Grossmann auf ihrem Blog Irgendwie jüdisch  vor.

Grossmann schreibt aus ihrem Leben in Berlin und darüber, was sie als Jüdin gerade beschäftigt – das kann der jüngste Aufruf Benjamin Netanjahus sein, alle Juden mögen nach Israel auswandern. Oder es geht um die Frage: Darf man eigentlich ‚Jude‘ sagen? (Ja, klar, darf man).

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MyPermissions: ein digitaler Türsteher

Der App Zugriffsrechte entziehen: Olivier Amar aus Israel will das mit MyPermissions möglich machen. Amar will den Nutzern  die Hoheit über ihre Daten zurückgeben. Dass man heute oft mit Daten für Apps bezahlt, daran kann Amar zwar nichts ändern. Aber ein bisschen mehr Transparenz stellt MyPermissions zumindest her.

Wer eine App installiert, muss erst einmal: Rechte abgeben. Viele Anwendungen wollen Zugriff aufs Telefonbuch, das Mikrofon, die Kamera, den Standort und etliche weitere Daten des Smartphones und seines Besitzers. Die Informationen gehen nicht nur an die Macher der App, sondern oft auch an Dritte, zum Beispiel Werbefirmen.

Olivier Amar versucht, dem Nutzer mit seiner Firma MyPermissions die Hoheit über seine Daten wieder zurückzugeben – zumindest so weit das überhaupt möglich ist. Wer nicht zum Handel App-Nutzung gegen persönliche Daten bereit ist, ist vom Nutzerkreis oft ausgeschlossen. Ein problematischer Handel, in dem aber das Geschäft der Anbieter liegt. Der Datenhunger der Apps lässt sich deshalb auch nicht einfach mit einer weiteren Anwendung tilgen.

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Mode, die leuchtet

Wie war das nochmal mit dem Schaltkreis und den Elektronen? Auf der re:publica habe ich bei Anna Waldman-Brown gelernt, wie man seine Kleidung mit Licht verschönern kann. Und bin stolz auf ein kleines LED-Lichtchen an meinem Stoffbeutel. 

„Light up your clothes“, so hieß der Workshop im Makerspace der re:publica. Eine kleine Gruppe hatte sich um einen großen Tisch eingefunden, auf dem verstreut ein paar Garnrollen und Scheren lagen. Ein Mann neben mir twitterte, dass er der einzige Mann beim Workshop sei. Wenn es um Mode geht, dann interessieren sich offenbar doch eher Frauen für das Thema.

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Game-Kunst: „Das Pixel entfesselt Gefühle“

„Retro hat eine besondere Faszination“: Die Berliner Ausstellung Supersample: Pixels at an Exhibition zeigt Werke, die inspiriert sind von Spiele-Klassikern wie Pac Man, Donkey Kong, Galaga oder Legend of Zelda.

Es ist eine Hommage an die Klötzchengrafik: Die Berliner Ausstellung Supersample: Pixels at an Exhibition feierte jüngst zur Gamesweek in Berlin Premiere. Sie zeigt die künstlerische Auseinandersetzung mit Games, die heute unter dem Label „Retro“ laufen, und zeigt: Im Rahmen zeigenössischer Kunst müssen auch neue, digitale Räume bedacht und erschlossen werden.

Zu sehen sind künstlerische Interpretationen von frühen Spielen und ihren charakteristischen 8-Bit-Pixelgrafiken. Werke von über 20 internationalen Künstlern, Illustratoren und Gaming-Fans werden ausgestellt. Deren Objekt: die Lieblings-Games ihrer Jugend. Die Mittel der Wahl sind unterschiedlich. Es gibt Fotokunst, Acrylarbeiten und 3D-Illustrationen zu sehen.

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Tipps für die re:publica: meine Session-Favoriten

In ein paar Tagen geht die re:publica los. Ich werde zum dritten Mal dabei sein. Das Programm ist wie immer gewaltig. Rund 500 Vortragende auf 16 Bühnen an drei Tagen. Da kann man beim Versuch, seinen Konferenzbesuch zu planen, schnell mal den Mut verlieren. Aber manche Vorträge will ich mir auf keinen Fall entgehen lassen. Meine fünf Empfehlungen, meist abseits der großen Bühnen.*

1. Anita Gohdes: Pics or it didn’t happen – How does social media access affect what we know about killings in the Syrian conflict?

Warum hören wir von manchen Gräueltaten, während andere nicht berichtet werden? Und wie lassen sich überhaupt die Opferzahlen schätzen, wenn man beinahe nichts von den Vorkommnissen in Krisengebieten wie Syrien weiß? Und welche Rolle spielen Youtube-Videos und soziale Netzwerke? Diesen interessanten Fragen geht die deutsche Forscherin Anita Gohdes nach. Auf dem 31c3 hat sie über das Internet als Kriegswaffe gesprochen und ich freue mich, sie bald auf der re:publica zu hören.

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