Netzkolumnistin

Digital ist besser.

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Game-Kunst: „Das Pixel entfesselt Gefühle“

„Retro hat eine besondere Faszination“: Die Berliner Ausstellung Supersample: Pixels at an Exhibition zeigt Werke, die inspiriert sind von Spiele-Klassikern wie Pac Man, Donkey Kong, Galaga oder Legend of Zelda.

Es ist eine Hommage an die Klötzchengrafik: Die Berliner Ausstellung Supersample: Pixels at an Exhibition feierte jüngst zur Gamesweek in Berlin Premiere. Sie zeigt die künstlerische Auseinandersetzung mit Games, die heute unter dem Label „Retro“ laufen, und zeigt: Im Rahmen zeigenössischer Kunst müssen auch neue, digitale Räume bedacht und erschlossen werden.

Zu sehen sind künstlerische Interpretationen von frühen Spielen und ihren charakteristischen 8-Bit-Pixelgrafiken. Werke von über 20 internationalen Künstlern, Illustratoren und Gaming-Fans werden ausgestellt. Deren Objekt: die Lieblings-Games ihrer Jugend. Die Mittel der Wahl sind unterschiedlich. Es gibt Fotokunst, Acrylarbeiten und 3D-Illustrationen zu sehen.

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Tipps für die re:publica: meine Session-Favoriten

In ein paar Tagen geht die re:publica los. Ich werde zum dritten Mal dabei sein. Das Programm ist wie immer gewaltig. Rund 500 Vortragende auf 16 Bühnen an drei Tagen. Da kann man beim Versuch, seinen Konferenzbesuch zu planen, schnell mal den Mut verlieren. Aber manche Vorträge will ich mir auf keinen Fall entgehen lassen. Meine fünf Empfehlungen, meist abseits der großen Bühnen.*

1. Anita Gohdes: Pics or it didn’t happen – How does social media access affect what we know about killings in the Syrian conflict?

Warum hören wir von manchen Gräueltaten, während andere nicht berichtet werden? Und wie lassen sich überhaupt die Opferzahlen schätzen, wenn man beinahe nichts von den Vorkommnissen in Krisengebieten wie Syrien weiß? Und welche Rolle spielen Youtube-Videos und soziale Netzwerke? Diesen interessanten Fragen geht die deutsche Forscherin Anita Gohdes nach. Auf dem 31c3 hat sie über das Internet als Kriegswaffe gesprochen und ich freue mich, sie bald auf der re:publica zu hören.

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EatWith: das Airbnb Israels fürs Abendessen

Zu Tisch bei Fremden: Das Start-Up EatWith aus Israel bringt hungrige Reisende und gastfreundliche einheimische Köche zusammen. Ein Jerusalemer Sabbatessen, vermittelt übers Internet.

Ich stehe vor einer kleinen Holztüre in einem Hinterhof des Jerusalemer Markts Mahane Yehuda und klopfe hungrig. Hinter der Tür erwartet mich mein Abendessen. Genauer gesagt mein Sabbat-Dinner, ein traditionelles, festliches Mahl in jüdischen Haushalten. Wer mir die Tür öffnen wird, weiß ich noch nicht. Meine Gastgeber, Chen und Alon, kenne ich nur übers Internet.

Gefunden haben wir uns über die Dinner-Community EatWith. Eatwith ist ein Start-Up zweier Freunde, Guy Michlin und Shemer Schwarz. Ihre Idee: Beim Essen knüpft man als Reisender am schnellsten Freundschaften. Sie wollen Menschen, die neu in einer Stadt sind, vielleicht als Tourist, vielleicht als Geschäftsreisender, zusammenbringen mit Einheimischen, die den Gästen einen Einblick geben in ihren Alltag, ihre Esskultur.

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Reddit-Button: Ein Knopf gegen die Langeweile

Alles hat angefangen mit einem Aprilscherz. Am 1. April ging ein Post auf Reddit online, der ein neues Feature der Seite vorstellte: einen simplen Knopf, verbunden mit einem 60-Sekunden-Countdown. Mittlerweile haben fast 700.000 Reddit-Nutzer ein Mal gedrückt. Warum?

Ein falscher Klick, die Ungeduld war zu groß, und die Chance ist verspielt: Jeder Reddit-Nutzer, der bereits vor dem 1. April Mitglied war, kann aktuell auf das neue Feature der Seite, den Reddit-Button, klicken. Sobald ein Nutzer auf die Schaltfläche klickt, startet der 60-Sekunden-Countdown rechts vom Knopf erneut und zählt wieder herunter.

Die Herausforderung: Jeder Nutzer kann  nur ein Mal den Reddit-Button betätigen. Mittlerweile liefert sich die Community einen regelrechten Wettkampf darin, sich beim Countdown zu unterbieten: Jeder will den Knopf zu einem möglichst späten Zeitpunkt im Countdown klicken. 35 Sekunden ist cooler als schon bei 40 Sekunden die Nerven zu verlieren.

Die Zeit läuft: Screenshot des Reddit-Buttons.

Die Zeit läuft: Screenshot des Reddit-Buttons.

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#IsraElex, 9: „Die Politiker wollen, dass ihre Rede zum Meme wird“

Youtuber Noy Alooshe belebt mit seinen Mashup-Videos von Politikern den Wahlkampf in Israel. In der Hoffnung auf einen Remix von ihm schreiben sogar manche Kandidaten ihre Reden um.

Netzkolumnistin: Wie gefürchtet bist du unter israelischen Politikern?

Noy Alooshe: Gar nicht! Die Politiker in Israel sprechen gerne über meine Videos.

Netzkolumnistin: Warum? Deine Remixe veralbern doch das, was sie sagen oder wie sie es sagen.

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#IsraElex, 8: Wahlkampf auf WhatsApp

Beinahe jeder Politiker hat heute einen Twitter-Account und pflegt eine Facebook-Seite. Eine neue Plattform für den Wahlkampf in Israel: WhatsApp.

Eigentlich wollte Morad Stern einfach eine themenbezogene WhatsApp-Gruppe gründen, in der die Mitglieder sich unter dem Titel „Israel Tech Community“ austauschen können.

Dann, auf eine spontane Anfrage Sterns hin, hatte die Gruppe plötzlich ein prominentes Mitglied mehr: Yair Lapid, Chef der Partei Yesh Atid und ehemaliger Finanzminister Israels.

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#IsraElex, 7: Ja, aber der Iran!

Die Wohnungskrise ist schlimm, ja. Aber das eigentliche Problem dahinter ist nicht schlechte Innenpolitik, sondern der Iran. Das hat Israels Premierminister Benjamin Netanyahu seine Follower auf Twitter wissen lassen – und eine Meme-Flut losgetreten.

Netanyahu führt einen Wahlkampf, der ihn als starken Mann dastehen lassen soll, als Beschützer Israels in Zeiten des Terrors. Für innenpolitische Anliegen ist da kein Platz, viel vorzuweisen hat Netanyahu hier auch nicht.

Die Wohnungen in Städten wie Tel Aviv sind nahezu unbezahlbar und die Lebenshaltungskosten steigen. Mit Außen- und Sicherheitspolitik hat das auf den ersten Blick wenig zu tun.

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#IsraElex, 6: Der Zahlenkünstler

Mit seinem „Project 61“ will der Israeli Nehemia Gershuni-Aylho die traditionell schlechten Wahlumfragen der großen Meinungsinstitute schlagen – und die Wahlergebnisse der Wahlen im März genauer vorhersagen als alle anderen.

Die Zukunft vorherzusagen ist eine vertrackte Sache – besonders wenn es darum geht, in Meinungsumfragen die vergänglichen Launen und Einstellungen von Menschen abzufragen. Weil sich die israelischen Umfrageinstitute auch nicht besonders viel Mühe geben, gibt es am Wahltag regelmäßig Überraschungen. Der Erfolg der Partei Yesh Atid 2013 ist so ein Beispiel. Umfragen sahen die Partei bis zuletzt bei etwa 13 Sitzen (oder weniger), es wurden dann 19 (von 120 in der Knesset).

Auftritt Nehemia Gershuni-Aylho. Der 28-Jährige Student und freiberufliche Analyst hat sich Nate Silver zum Vorbild genommen, das amerikanische Zahlen-Wunderkind, das 2012 eine Formel entwickelte, die das tatsächliche US-Wahlergebnis besser vorhersagte als etablierte Konkurrenten.

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#IsraElex, 5: Wahlkampf auf Instagram

Im Wahlkampf müssen alle Kanäle bespielt werden. Deshalb hat Benjamin Netanyahu jetzt auch einen eigenen Instagram-Account – und verbreitet Privates.

Die Knesset-Wahlen sind nur noch ein paar Wochen entfernt, es ist Hochphase im israelischen Wahlkampf. Alle Kanäle müssen bespielt werden, denkt man sich offenbar auch im Lager des Likud.

Deshalb hat der amtierende Premierminister Benjamin Netanyahu jetzt auch einen eigenen Instagram-Account.

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#IsraElex, 4: Pizza mit Tzipi

Der Wahlkampf 2015 in Israel geht unter die Gürtellinie. Politiker fast aller Parteien schrecken nicht davor zurück, den Gegner durch „negative campaigning“ schlecht zu machen. Das neueste Likud-Video, veröffentlicht auf der Facebook-Seite von Benjamin Netanyahu, teilt ordentlich gegen die Opposition aus.

Es klingelt an der Tür, die “Pizza Boujie“ wird geliefert. Der Kunde ist entsetzt: Es gibt eine Extra-Zahlung, die „Zionist Union fee“. Und es kommt noch dicker für den hungrigen Israeli: Er bekommt auch noch eine Pappfigur der Politikerin Tzipi Livni in die Hand gedrückt.

Was das soll, fragt er den Boten. Er habe das nicht bestellt. Der sagt nur: Naja, ist eben ein Paket. Kaufst du das eine, kriegst du auch das andere.

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