Netzkolumnistin

Digital ist besser.

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#IsraElex, 4: Pizza mit Tzipi

Der Wahlkampf 2015 in Israel geht unter die Gürtellinie. Politiker fast aller Parteien schrecken nicht davor zurück, den Gegner durch „negative campaigning“ schlecht zu machen. Das neueste Likud-Video, veröffentlicht auf der Facebook-Seite von Benjamin Netanyahu, teilt ordentlich gegen die Opposition aus.

Es klingelt an der Tür, die “Pizza Boujie“ wird geliefert. Der Kunde ist entsetzt: Es gibt eine Extra-Zahlung, die „Zionist Union fee“. Und es kommt noch dicker für den hungrigen Israeli: Er bekommt auch noch eine Pappfigur der Politikerin Tzipi Livni in die Hand gedrückt.

Was das soll, fragt er den Boten. Er habe das nicht bestellt. Der sagt nur: Naja, ist eben ein Paket. Kaufst du das eine, kriegst du auch das andere.

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#IsraElex, 3: Spiel mit dem Bibi-Vogel

Man stelle sich vor, es ist Bundestagswahlkampf und die FDP programmiert ein Spiel, in dem Angela Merkels Kopf durch einen Hindernisparcours fliegt und Dinge wie „Stabilität“ und „Euro-Krise“ sagt. In Israel gibt es so etwas: Die liberale Partei Yesh Atid hat das Spiel „Bibi Bird“ veröffentlicht.

Der Bibi-Kopf fliegt bei jedem Klick etwas höher und muss Hindernisse in Form von grünen Röhren überwinden. Und auf den Boden knallen darf er natürlich auch nicht. Statt Flügeln wendeln zwei kurze Arme unter dem Kopf im Wind. Bei jedem Klick sagt der Kopf des israelischen Premiers Benjamin Netanyahu auch etwas: „Sicherheit“, „Raketen“, „Iran“ oder „Daesh“ (anderer Name für den Islamischen Staat).

Wer den Kopf gegen ein Hindernis steuert oder auf den Boden aufschlagen lässt, hat verloren. Bibi gescheitert, heißt es dann. Und ein kleiner Text erwähnt politische Fehlschläge von Netanyahu.

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#IsraElex, 2: Sammeln für Bibi

Sara Netanyahu lässt ein Homevideo drehen und zeigt einen Amtssitz in schlechtem Zustand. Der Zeitpunkt der Veröffentlichung war kühl kalkuliert. Jetzt sammeln junge Aktivisten in einem Satirevideo für das Premierspaar.

Hilfe für notleidende Regierungschefs: Junge Mitglieder der israelischen Arbeiterpartei (המחנה הציוני) haben auf Youtube ein Video veröffentlicht, das zeigt, wie sie auf der Straße mit dem Klingelbeutel um Spenden für die Familie des israelischen Premiers Benjamin Netanyahu werben. Sie sprechen Passanten an und berichten vom schlechten Zustand des Netanyahu-Hauses. Aber das muss ja nicht sein – eine kleine Spende vielleicht?

Mit ihrer Aktion veräppeln die Darsteller ein anderes kürzlich erschienenes Video. Darin führt Sara Netanyahu, die Ehefrau von Premierminister Benjamin Netanyahu, den prominenten israelischen Innenarchitekten Moshe Glamin durch die Wohnräume ihres offiziellen Wohnsitzes in der Balfourstraße in Jerusalem.

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#IsraElex, 1: Amos Oz‘ späte Reue

Ich bin Schuld an Netanyahus Verhalten: Mit diesem Eingeständnis überrascht der israelische Schriftsteller Amos Oz seine Zuhörer. Und erzählt von einem folgenschweren Tritt.

Es war ein Tritt, der den weltberühmten israelischen Schriftsteller Amos Oz noch heute beschäftigt. Oz ist auf eine Veranstaltung nach Hod Hasharon gekommen und erzählt von einer frühen Begegnung mit dem heutigen Premierminister Israels, Benjamin Netanyahu.

„Ich kenne Netanyahu, seit ich 12 bin, er war damals drei“, sagt Oz. Der kleine Junge habe es sich zum Spaß gemacht, unter den Tisch zu kriechen und die Schnürsenkel der Gäste aufzumachen.

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Autofokus: Jaffa

Ein von @netzkolumnistin gepostetes Foto am

Sderot Yerushalayim, Jaffa, Israel

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Slipnote-App: Meme-Kultur im Messenger

Die israelische App Slipnote will die Meme-Kultur des Internets in den Messenger holen. Sie soll etablierten Angeboten wie WhatsApp und Snapchat Konkurrenz machen – und an den Erfolg der israelischen Hit-App Yo anknüpfen.

Auch Slipnote will seine Nutzer zum Lachen bringen – und auf dem hart umkämpften Markt der Messaging-Apps Angeboten wie WhatsApp und Snapchat Konkurrenz machen. Das Tel Aviver Start Up hofft, an den Erfolg einer anderen Messaging-Anwendung aus Israel anzuknüpfen: der gaga-genialen App Yo.

Slipnote setzt wie Snapchat ganz auf visuelle Inhalte. Mit der Slipnote-App lassen sich in ein paar Sekunden Fotocollagen erstellen, garniert mit Texten oder anderen Zeichnungen.

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„Israelis sagen mir: Red Alert rettet Leben“

Die App Red Alert warnt Nutzer vor Raketeneinschhlägen in Israel. Während des Gazakriegs holten sich Hunderttausende die App. Im Interview spricht Entwickler Ari Sprung aus Jerusalem darüber, wie er den Run auf seine App erlebt hat und warum Red Alert auch nach dem Gazakrieg gefragt ist.

Netzkolumnistin: Deine App warnt Israelis vor Raketenangriffen. Waren die Warnmechanismen bisher nicht ausreichend?

Ari Sprung: Es gibt Gemeinden in Israel, die sind so weit außerhalb, dass sie die Sirenen nicht hören können. Oder jemand steht unter der Dusche: Dann hört er sie auch nicht. Jetzt kann er sein Mobiltelefon mit ins Bad nehmen.

Netzkolumnistin: Wie funktioniert Red Alert?

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Israels Tech-Gründer strömen nach Berlin

„In Berlin bekommt man Dinge erledigt“: Immer mehr Gründer aus Israel kehren ihrer Heimat den Rücken, um ihre App-Ideen in der deutschen Hauptstadt umzusetzen. Daniel Paz von „Capsuling Me“ hat den Schritt gewagt. Ich habe ihn auf einem Besuch in seiner alten Heimat Israel für ein Interview* getroffen.

Netzkolumnistin: Warum bist du als junger Gründer nach Berlin ausgewandert?

Daniel Paz: Ich bin Ende 2012 für „Capsuling Me“ nach Berlin gezogen. Mein Partner Michael Ronen war schon da. Schon damals war absehbar, dass Berlin sich zum Gründerzentrum entwickelt. Es ist einfach, sich in Berlin daheim zu fühlen. In Berlin bekommt man Dinge erledigt. Die Stadt hat eine effektive Verwaltung, das klappt alles wie am Schnürchen, auch wenn man Ausländer ist. Ich mag außerdem, dass die Stadt sehr international ist. Man muss nicht unbedingt Deutsch können hier. Und was für Start Ups ganz wichtig ist: Berlin ist nicht so teuer wie etwa London.

Netzkolumnistin: Aber du kommst aus Israel – einem Land, das den Spitznamen „Start Up Nation“ hat und bekannt ist für seinen innovativen High-Tech-Sektor. War Tel Aviv keine Option?

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Facebooks unbarmherziger Jahresrückblick

Eric Meyer hatte, das muss man so sagen, ein beschissenes Jahr. Wahrscheinlich ist es so oder so schwer, zu verdrängen, dass 2014 seine kleine Tochter starb. Dank des Facebook-Features eines persönlichen Jahresrückblicks in Bildern wird er in jedem Fall daran erinnert – und beklagt in einem Blogeintrag die „Grausamkeit des Algorithmus“.

2014 neigt sich dem Ende zu und von allen Seiten wird man seit Ende November mit Jahresrückblicken zugeballert. Was dem Supermarkt die immer früher auftauchenden Schokonikoläuse sind, sind vielen Seiten im Netz „Die schönsten Momente 2014“, „Das Jahr in Bildern“ oder „Die emotionalsten Begegnungen“.

Facebook mischt dieses Jahr mit einem neuen Feature mit, dem „Year in Review“. Der Algorithmus stellt aus Fotos, die der Nutzer im Verlauf des Jahres gepostet hat, eine kleine Präsentation zusammen. Umringt von bunten Figuren und Luftballons werden dem Nutzer die – vermeintlich – schönsten Momente des Jahres gezeigt. Die Zusammenstellung lässt sich durchsehen, selbst bearbeiten und mit den Facebook-Freunden teilen.

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Kampfansage zu Chanukka

An der Klagemauer in Jerusalem zündet die feministische Gruppe „Women of the Wall“ die dritte Chanukka-Kerze an. Die Frauen feiern ausgelassen – dem Zorn der Ultraorthodoxen zum Trotz.

Zum Glück fliegen an diesem Abend keine Tomaten oder gebrauchte Windeln. Sobald ich mich aber aus dem Kreis singender Frauen entferne, die um ihre erleuchteten Chanukkiot stehen, hören ich es Zischen. Die ultraorthodxen Männer von der anderen Seite der Mauer bringen ihren Unmut zum Ausdruck. Eine ultraorthodoxe Frau beschwert sich, zerrt eine der Frauen aus dem Kreis. Die hält sich die Ohren zu, dreht sich um, singt weiter. Wir fassen uns an den Händen, tanzen um die Lichter in der Mitte.

Es ist Dezember, Israel feiert das jüdische Lichterfest Chanukka. Die Klagemauer in der Altstadt Jerusalem wird während des achttägigen Fests zur wichtigen Anlaufstelle für Gläubige. Die Protestaktion der Gruppe „Women of the Wall“, also der Frauen der Klagemauer, bringt Jerusalems Ultraorthodoxe aber in Unruhe. Sie wollen, so wie die Männer, das Recht haben, am heiligsten Ort des Judentums Chanukka-Kerzen anzuzünden. Und machen es an diesem Abend dann einfach. Die Botschaft: Die Klagemauer gehört auch uns Frauen.

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